Ministerium für Wirtschaft und
Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 059/04
Magdeburg, den 5. Mai 2004
Biotechnologie-Offensive geht in die Praxis
Erprobungsanbau von Bt-Mais in sieben Bundesländern gestartet
Die Aussaat von gentechnisch
verändertem, insektenresistentem Mais im Rahmen eines bundesweiten
Erprobungsanbaus ist erfolgt. Damit startet der bislang umfangreichste
wissenschaftlich begleitete Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in
Deutschland. Das gaben Landwirtschaftsministerin Petra Wernicke und
Wirtschaftsminister Dr. Horst Rehberger heute in Magdeburg bekannt.
Dieser bundesweite
Erprobungsanbau geht auf eine Initiative Sachsen-Anhalts zurück. Er wird von
einer breiten Mehrheit des Landtags von Sachsen-Anhalt unterstützt und von den
beteiligten Landwirten getragen. Die Vorreiterrolle Sachsen-Anhalts zeigt sich
auch darin, dass das Institut für Pflanzenzüchtung und Pflanzenschutz an der
Agrarwissenschaftlichen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
den Erprobungsanbau bundesweit wissenschaftlich begleiten wird.
Der InnoPlanta e.V. –
Pflanzenbiotechnologie Nordharz/Börde nimmt eine koordinierende Funktion im
Gesamtvorhaben ein.
Ziel des Erprobungsanbaus ist
es, praktische Empfehlungen für Landwirte und den Gesetzgeber zu erarbeiten,
wie eine Koexistenz von ökologischem, konventionellem und gentechnischem Anbau
gewährleistet werden kann. Ministerin Wernicke erklärte: „Es kann nicht darum
gehen, eine Anbauform zu diskriminieren. Unsere Landwirte brauchen alle
Optionen, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.“
Neben Sachsen-Anhalt mit sechs
Standorten beteiligen sich landwirtschaftliche Betriebe in
Mecklenburg-Vorpommern (2 Standorte), Bayern (9), Brandenburg (4), Sachsen (5),
Baden-Württemberg (2) und Thüringen (1 Standort) am Erprobungsanbau. An diesen
29 Standorten werden insgesamt ca. 300 Hektar gentechnisch veränderter Bt-Mais
angebaut. Zusammen mit den konventionellen Mais-Beprobungsflächen sind weit
über 1.000 Hektar Fläche in das Gesamtvorhaben einbezogen.
Die Federführung im bundesweiten
Projekt „Erprobungsanbau zur Koexistenz von gentechnisch verändertem und
konventionellem Mais“ ist Teil der Biotechnologie-Offensive der
Landesregierung, deren Ziel es ist, die Kompetenzen Sachsen-Anhalts in der
roten und grünen Biotechnologie weiter auszubauen. „Der Umgang mit
Innovationstechnologien wird beispielhaft zeigen, dass Sachsen-Anhalt
aufgeschlossen ist gegenüber allem, was in die Zukunft weist“, betonte Minister
Rehberger. „Eine Technologie zu verteufeln, ist der falsche Weg. Wir brauchen
dringend praktische Erfahrungen, ehe Regelungen für die Nutzung getroffen
werden. Diesem Ziel dient der Erprobungsanbau.“
In Deutschland wird seit sieben
Jahren gentechnisch veränderter Mais in begrenztem Umfang angebaut. Der im
Erprobungsanbau eingesetzte insektenresistente Mais (Bt-Mais) hat sämtliche
Umwelt- und Gesundheitsprüfungen erfolgreich bestanden; die zum Anbau kommenden
Pflanzen sind von den zuständigen Behörden als sicher bewertet worden. Weltweit
wurde diese Technologie im Jahr 2003 bereits auf einer Maisfläche von 12,2
Millionen Hektar eingesetzt.
Der Erprobungsanbau soll die
Effizienz insektenresistenter Maissorten in der Bekämpfung des Maiszünslers
überprüfen. Dieser sich stark verbreitende Schädling befällt inzwischen bereits
rund 400.000 Hektar der 1,5 Millionen Hektar großen Maisanbaufläche in
Deutschland.
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