Schulische Fördermaßnahmen: Zur Optimierung der Sprachkompetenz sollen
neben dem Unterricht in den Regelklassen ergänzend Förderklassen oder
Fördergruppen eingerichtet werden. Bis zum Schuljahr 2010/11 sollen durch Genehmigung
neuer Ganztagsschulen 2.000 weitere Schülerinnen und Schüler Ganztagsangebote
erhalten, was für Kinder von Migrantinnen und Migranten zusätzliche
Integrationschancen bietet.
Integration in der Wissenschaft: Die Landesregierung setzt auf die
stärkere Zuwanderung ausländischer Studierender und Wissenschaftler. Dazu soll
die Anwendung ausländerrechtlicher Bestimmungen im Hochschulbereich klar und
verlässlich
Förderung der beruflichen Selbständigkeit: Der Anteil ausländischer
Frauen und Männer bei geförderter Selbständigkeit ist heute schon
überproportional hoch. Die Landesregierung wird verstärkt für die Nutzung der
arbeitmarktpolitischen Förderpro-
„Charta der Vielfalt“: Die Landesregierung will dieser Initiative
beitreten und motiviert Unternehmen, ebenfalls diesen Schritt zu gehen und ein
Arbeitsumfeld ohne Vorurteile und Ausgrenzung zu schaffen. Weltoffenheit und
interkulturelle Kompetenz im Wirtschaftsleben legen die Grundlage für die
Erschließung neuer Märkte.
Stärkung der gesellschaftlichen Mitwirkung: Die Landesregierung fördert
den weiteren Aufbau des Landesnetzwerks der Migrantenselbstorganisationen und
wird das Netzwerk vor Entscheidungen anhören, die Migrantinnen und Migranten
betreffen.
Integrationspreis: Um ehrenamtliches Engagement und gute Ideen in der
Integrationsarbeit besonders zu würdigen, lobt die Integrationsbeauftragte
erstmalig im Herbst 2009 einen Integrationspreis des Landes Sachsen-Anhalt aus.
Mehr Einbürgerungen: Die Zahl der Einbürgerungen ist deutschlandweit auf
einen Tiefstand gesunken. Im Jahr 2010 wird die Landesregierung mit einer
Informationskampagne Ausländerinnen und Ausländer ermutigen, die deutsche Staatsangehörigkeit
anzustreben. Einbürgerung ist der gelungene Abschluss eines erfolgreichen Integrationsprozesses.
Interkulturelle Öffnung der Landesverwaltung: Integration ist kein
einseitiger Prozess. Auch die aufnehmende Gesellschaft wandelt sich. Dafür
nimmt sich die Landesregierung auch selbst in die Pflicht und strebt eine
Öffnung der Landesverwaltung und die Stärkung ihrer interkulturellen Kompetenz
an. Der Anteil des Personals mit Migrationshintergrund soll ausgebaut werden,
insbesondere auch im Polizei- und Schuldienst.
Holger Hövelmann: „Integration ist in einem Land mit niedrigem Ausländeranteil
wie Sachsen-Anhalt eine anders gelagerte, aber keine unwichtigere Aufgabe als
zum Beispiel in Westdeutschland. Mit dem Aktionsprogramm wollen wir Antworten
geben, die auf die besondere Situation unseres Landes passen.“ Diesem Ziel
dient auch die Berufung eines Landesbeirats für Integrationsfragen, der ab
Herbst 2009 die Landesregierung beraten soll. Vorsitzender des Beirats ist der
Innenminister. „Damit werden unterschiedliche gesellschaftliche Kompetenzen
zusammengeführt und gleichzeitig die öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema
Integration geschärft“, schätzt die Integrationsbeauftragte Susi Möbbeck ein.
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