Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 594/09
Magdeburg, den 3. November 2009
Böhmer zum Rechtsextremismus:
„Auseinandersetzung muss aus allen Teilen der Gesellschaft heraus getragen
werden“/ Hövelmann: „Breiter politischer Ansatz der Landesregierung sichtbar“
Die Landesregierung hat in ihrer heutigen Sitzung ihre
Antwort auf eine Große Anfrage der Fraktion Die Linke zum Thema
Rechtsextremismus beschlossen. „Mit dieser Antwort legen wir eine umfassende
Darstellung der verschiedensten politischen, gesellschaftlichen, kulturellen
und strafrechtlichen Aspekte des Rechtsextremismus und seiner Bekämpfung in
Sachsen-Anhalt vor“, sagte dazu Innenminister Holger Hövelmann. „Das ganze
Ausmaß des Problems wie auch der breite politische Ansatz der Landesregierung
im Umgang mit dem Rechtsextremismus werden darin sichtbar.“
Die Themen der Großen Anfrage reichen vom Rechtsextremismus
in Schulen und Haftanstalten über rechtsextreme Musik und Versandhändler bis
hin zur Tätigkeit rechtsextremer Parteien und ihrer Vertretung in kommunalen
Parlamenten. Hövelmann unterstrich, dass es keinerlei Anlass zur Entwarnung
gebe. Die Daten zur Verbreitung antidemokratischer und ausländerfeindlicher
Vorbehalte belegten, dass in einem Teil der Gesellschaft ein Nährboden für
neonazistische Aktivitäten weiterhin vorhanden sei.
Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer verwies in
diesem Zusammenhang auf die Ergebnisse des jüngsten Sachsen-Anhalt-Monitors.
Auch wenn die überwiegende Mehrheit der sachsen-anhaltischen Bevölkerung
rechtsextreme Anschauungen ablehne, sei in den Altergruppen unter 35 der Glaube
gewachsen, dass rechtsextreme Parteien sich um die Probleme der Menschen
kümmerten. Böhmer: „Dies ist ein gefährlicher Irrglaube, dem wir entschieden
entgegen treten müssen. Hier liegt eine der großen Herausforderungen für die
politische Bildungsarbeit. Es ist wichtig, dass die Auseinadersetzung mit dem
Rechtsextremismus aus allen Teilen der Gesellschaft heraus getragen wird und
Demokratie gestärkt wird. Sachsen-Anhalt ist diesem Ziel in den letzten Jahren
einen großen Schritt näher gekommen. Die Kampagne ,Hingucken! Einmischen!‘ ist
von vielen Menschen vor Ort mit Leben erfüllt worden.“ Mit diesem Engagement
dürfe nicht nachgelassen werden.
Die Antwort ist im Internet unter www.mi.sachsen-anhalt.de abrufbar.
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