Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 115/10
Magdeburg, den 3. März 2010
Staatsminister Robra fordert von
Internetangeboten von ARD und ZDF Konzentration auf das Wesentliche
"Die aktuellen Planungen der BBC, Einschnitte
bei den Ausgaben für ihre Internet-Angebote vorzusehen, sind ein wichtiges
Signal in der Debatte um die Telemedien von ARD und ZDF", sagte
Staatsminister Rainer Robra aus Anlass des gestern von BBC-Generaldirektor Mark
Thompson bekannt gegebenen BBC-Strategiepapiers. Danach sieht die BBC eine
Reduzierung bei den Web-Angeboten, digitalen Radioprogrammen und den Ausgaben
für US-Fernsehshows vor. Ziel ist es, stattdessen in qualitativ hochwertige
Inhalte zu investieren wie etwa Kinderprogramme und journalistische Angebote.
Die Ausgabenumwidmung soll rund ein Sechstel des BBC-Gesamtbudgets von 3,5 Mrd.
Pfund betreffen.
Dazu erklärte Robra: "Attraktiv ist der
öffentlich-rechtliche Rundfunk, wenn er sich durch seine inhaltliche Qualität
von anderen Angeboten abhebt. Unsere Rundfunkanstalten sollten ebenso wie die
BBC erkennen, dass sich zukünftig nicht jeder neue Medientrend für jegliche
Zielgruppe finanzieren lässt und eine Konzentration auf das Wesentliche
angesagt ist. Gerade im Online-Bereich sollte auch in Deutschland Qualität
Vorrang vor Quantität haben.“
Die Novellierung des Rundfunkstaatsvertrags der
Länder, die 2009 in Kraft trat, beauftragte die Rundfunkanstalten unter
anderem, für das Internet hochwertige Telemedienangebote zu schaffen, die den
demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnissen der Gesellschaft
entsprechen. Mit Hinweis auf die damalige Expansion bei der BBC kritisierten
die Rundfunkanstalten diese Beauftragung als zu eng. Der jetzige
Strategieentwurf der BBC zeige nun, dass die staatsvertragliche Forderung an
ARD, ZDF und Deutschlandradio berechtigt sei, von neuen Telemedienangeboten
unter anderem einen publizistischen Mehrwert zu verlangen, so der
Staatsminister.
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