Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 262/10

 

Magdeburg, den 18. Mai 2010

 

Kabinett hat Biodiversitätsstrategie verabschiedet
Aeikens: Öffentliche Wahrnehmung muss verstärkt werden

Die Landesregierung hat heute in Magdeburg die Biodiversitätsstrategie des Landes Sachsen-Anhalt verabschiedet. Diese wird nun dem Landtag zugeleitet. Der Landtag hatte im Mai 2008 die Landesregierung mit der Erarbeitung beauftragt.

Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens sagte zur Notwendigkeit einer solchen Strategie: „Das Aussterben von Arten und der Zusammenbruch ganzer Ökosysteme beraubt die biologische Vielfalt unserer Welt. Der erst vor wenigen Tagen vorgelegte dritte Bericht zur globalen Biodiversität zeigt eine erschreckende Bilanz. Noch immer wird der ökonomische Wert der Natur und der Ökosystemleistungen zu wenig anerkannt. Wir haben bei der Erarbeitung der Strategie alle Ressorts einbezogen und die Strategie in den Landtagsauschüssen diskutiert.“

Aeikens: „Einzelne Beispiele wie der Erhalt der Population der Elbebiber machen durchaus Mut. Dazu hat gerade auch das Instrument des  Biotopverbundes beigetragen.“ Die Diskussion zur Biodiversitätsstrategie solle die öffentliche Wahrnehmung verstärken und die Akzeptanz für Maßnahmen erhöhen, so der Minister. Die Strategie soll im Oktober auf einer Naturschutzkonferenz öffentlich vorgestellt und diskutiert werden. Aeikens weiter: „Wir sind in Sachsen-Anhalt auf einem guten Weg. Die Deutsche Umwelthilfe hat Sachsen-Anhalt jüngst als positives Beispiel bei der Umsetzung des Biotopverbundes genannt, die Bundesverbände von BUND und NABU haben unsere Landesstrategie in einem Vergleich als eine der bundesweit Besten gewürdigt. Doch dürfen wir deswegen nicht die Hände in den Schoß legen. Managementplanung und die Ausweisung von Schutzgebieten bedürfen noch viel Arbeit.“

Aeikens sagte zum Inhalt der Strategie, dass sie den Status quo der biologischen Vielfalt in Sachsen-Anhalt beschreibe und Ziele definiere. Dazu zähle die Beschränkung des Flächenverbrauches, die Vernetzung charakteristischer Ökosysteme, die Verbesserung der Gewässerqualität und die Sicherung tier- und pflanzengenetischer Ressourcen. Aeikens: „Schutzgebiete allein können die biologische Vielfalt nicht erhalten. Wir brauchen mehr Sensibilität im Umgang mit der Natur vor der Haustür.“

Sachsen-Anhalt ist wichtiger Teil des deutschen Biotopverbundes. Seltene Tier- und Pflanzenarten sind in Sachsen-Anhalt zu finden. Mindestens 60 Arten haben in Sachsen-Anhalt ihre deutschlandweiten (z.B. Elbebiber, Feldhamster) oder sogar weltweiten (z. B. Rotmilane) Verbreitungsschwerpunkte.

Die biologische Vielfalt, auch Biodiversität genannt, umfasst die Vielfalt an Ökosystemen, die Artenvielfalt und die innerartliche, genetische Vielfalt. Eine Konvention zum Erhalt der biologischen Vielfalt wurde 1992 auf dem UN-Gipfel von Rio de Janeiro ausgehandelt und ist mittlerweile von 191 Staaten anerkannt worden. Wesentlicher Inhalt der Konvention ist neben der Erhaltung der Biodiversität der weltweit gerechte Ausgleich zwischen den Vorteilen aus der Nutzung natürliche Ressourcen und den Aufwendungen für deren Schutz und Erhaltung.

 

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